5.1 Revierbeschreibung
Auf der nachstehenden Übersichtskarte von NRW ist zu sehen, dass die Revierförsterei im südlichen Teil des Bundeslandes liegt.

Von den Wuchsbezirken Köln-Bonner-Rheinebene und der Jülich-Zülpicher Börde steigt das Gelände kontinuierlich zur Nordeifel hin an. Mit einer Flächenausdehnung von ca. 50 km² liegt das Revier in einer Höhenlage zwischen ca. 200 m ü NN bei Kalkar und 420 m ü NN am Hartenberg im Wuchsgebiet der „Nordeifel“. Das Wuchsgebiet Nordeifel ist eines von 6 weitern Großlandschaften in NRW. Diese Großlanschaften werden genauer durch die Wuchsbezirke beschrieben. Als Wuchsbezirk bezeichnet man einen Landschaftsbereich mit einem möglichst einheitlichen physiographischen Charakter. Merkmale für eine Abgrenzung sind Klima, Ausgangssubstrate, Topographie, Vegetation und Landschaftsgeschichte.
Die Revierförsterei liegt im Wuchsbezirk „Ahreifel“. Dieser Bereich wird durch kollin bis submontane Lagen der Nordostabdachung der Eifel mit stark zertalten höheren Lagen und hügeligen auslaufendem Gebirgsrand beschrieben. Es fallen auf Grund der Leelage zu Eifel nur geringe Niederschläge, im Jahr ca. 550-650 mm. Es herrschen Unterdevonische Tonschiefer, Grauwacken und Sandsteine der Ems- und Siegen-Stufe vor. Am Gebirgsrand wertet Lößlehm in unterschiedlicher Mächtigkeit die Böden auf.
Die Revierförsterei Nord liegt im nördlichen Teil des Stadtwaldes. Die NE-SW Ausdehnung von Kirspenich bis zum Jakob-Kneipp Berg bei Gilsdorf beträgt ca. 12 km, Die NW-SE Ausdehnung von Kalkar bis zum Arloffer Berg beträgt ca. 5 km. Das Revier umfasst das gesamte FFH-Gebiet „Kalkkuppenlandschaft Eschweiler Tal und angrenzende Waldflächen“ links der B 51. Hierzu gehören u. a. der Hirnberg, Halsberg, Tiesberg, Kuttenberg, das Eschweiler Tal und das Kalkarer Moor.
Rechts der B 51 liegt ein geschlossener Waldkomplex des Iversheimer- und Arloffer Waldes im Bereich des Revieres. Nachstehende Karte gibt einen Überblick:

Das Revier zeichnet sich durch eine Vielzahl an Haupt- und Nebenbaumarten aus. Zu den Haupt(wirtschafts)baumarten gehören Eiche, Fichte, Kiefer und Buche. Die sonstigen Baumarten setzen sich überwiegend aus Bergahorn, Esche, Schwarzerle, Roteiche, Elsbeere, Birke, Lärche, Douglasie, Omorika und Österr. Schwarzkiefer zusammen. Die aus Sicht des Naturschutzes bedeutendste sonstige Baumart ist der Speierling.
Die Anteile der Hauptbaumarten im Revier zeigt die nachstehende Abbildung.

Die Eiche lässt lt. Forsteinrichtung einen Überhang der 61-80, 101-120 und 141-160-jährigen Bestände erkennen. Hieraus ergeben sich u. a. drei Schlussfolgerungen:
- Jährlich werden ca. 40 cbm/f, das entspricht ca. 40 Stämmen, an
Furnierhölzern geschlagen. Vor allem Trauben-Eichen. - Durch die Ausnutzung von mind. 0,5 ha großen Bestandeslöchern werden
regelmäßig Eichen horstweise nachgepflanzt. - Konsequente Qualifizierung und Dimensionierung sowie Anwendung anerkannter
Pflegekonzepte.

Eichenpflanzung im Bestandesloch, Forstort “Am Scheinheimer Pfad”
Bei der Buche findet man im Revier nur einen kleinen Bestand, der über Großschirmschlag und Z-Baum-Förderung bewirtschaftet wird und befriedigende Qualitäten zeigt. Die übrigen Buchen hatten über Jahrzehnte hinweg nur dienende Funktionen zum Schutz der Eichen. Entsprechend sind auch die Qualitäten. Durchgewachsene Buchen, die die Kronen der Eichen beschatten werden entnommen und als Parkettkolz aufgearbeitet. Im Unterstand hat die Buche in der Altersklasse 41-60 Jahre den größten Anteil.
Der größte Teil der Fichte befindet sich in den Altersklasse 21-60 Jahre. Regelmäßige Hochdurchforstungen mit konsequenter Z-Baum-Förderung durch den Harvester sollen in Zukunft einen stufig aufgebauten Dauerwald unter Beteiligung von Laubbaumarten und Ausnutzung von Naturverjüngung auf kleiner Fläche ermöglichen.
Kiefer Als Kapitalreserve im besonderen Sinne möchte ich die beiden Starkholz-Kiefernbestände “Am Eichelkamp” und “Düsterdänne” bezeichnen. Die 134 Jahre alten Kiefern zeigen hervorragende Qualitäten auf staunassen Boden. Zu sehen ist zudem, dass ein Teil der Fläche bereits mit Rotbuchen vorangebaut wurde.

Kiefernbestand “Düsterdänne”
Sonstige
An dieser Stelle möchte ich den vom Aussterben bedrohten Speierling (Sorbus domestica) vorstellen.
Im FFH-Gebiet Eschweiler Tal und Kalkkuppen gibt es auf einer Fläche von ca. 33 ha die seltene Waldgesellschaft des Eichen-Trockenwaldes mit Purpurblauem Steinsame und Elsbeeren, Buchen, Eichen, Mehlbeeren, Hainbuchen und Ahornen. An terrassenähnlichen Relieferscheinungen findet man heute noch <100 Altspeierlinge. Man nimmt an, dass die Römer diese Speierlinge aus der Mittelmeerregion eingeführt haben, um die Früchte zur Haltbarmachung ihres Weines zu nutzen. Die Altspeierlinge wurden in einer ersten Pflegeaktion im Jahr 2000 konsequent freigestellt. Die Kronen werden nun wieder voll vom Sonnenlicht umflutet und der Baum so zur Samenproduktion angeregt. Naturverjüngung hat sich leider nicht eingestellt.
In der Revierförsterei wird eine jährliche Ernteaktion durchgeführt. Das Anzuchtverfahren erfolgt n. KAUSCH-BLECKEN von SCHMELING (pers., 2003) im Pflanzkamp der Revierförsterei. Als Sämling oder nach Verschulung, werden die jungen Speierlinge wieder in die Nähe ihrer Mutterbäume verpflanzt.

Am 01.10.2003 wurden die abgefallenen Früchte von 7 Altspeierlingen aufgesammelt. Von 40 Samen liefen 7 Sämlinge auf.

Am 01.10.2004 wurden die abgefallenen Früchte von 7 Altspeierlingen aufgesammelt. Die Ernte fiel im Vergleich zum Jahr 2003 deutlich besser aus.

Vorbereitende Arbeiten zum Stratifizieren des Saatgutes. Ernte vom 01.10.2004. Die Samenkörner werden vom Fruchtfleisch und den Spelzen befreit.

Speierling-Sämling im Waldbestand, künstliche Verjüngung, Herbst 2004, Abteilung 316 A.
5.1 Revierbeschreibung
5.2 Baum des Jahres 2005
5.3 Ausbildung zum Forstwirt-Forstwerker
5.4 Douglasien-Voranbau unter Kiefernschirm
5.5 Douglasien-Voranbau unter Lärchenschirm
5.6 Motorsägenlehrgang