2.5 Forstamt

Stadtwald Bad Münstereifel

Stadtwald Bad MünstereifelDer Stadtwald Bad Münstereifel wird naturnah bewirtschaftet. Das heißt, dass ohne jeden Kahlschlag gewirtschaftet wird: es werden immer nur solche Bäume geschlagen, die bessere Stämme bedrängen und ihnen schaden. Außerdem werden solche Stämme genutzt, die “fertig” sind.

Etwa alle vier Jahre findet eine solche Durchforstung in den Beständen statt. Das Kronendach wird dabei immer etwas lückig gehalten. Auf dem so von Sonnenlicht und Wärme erreichten Waldboden stellt sich dann eine Naturverjüngung der Schattbaumarten, insbesondere der Buche, aber auch der Fichte ein. Die kleinen Buchen wachsen also aus den herabgefallenen Bucheckern. Schon Jahrzehnte, bevor der letzte Baum eines alten Bestandes geschlagen wird, wächst also die nächste Generation von Bäumen unter dem Schutz des Altholzes heran. Die angepassten Tier- und Pflanzenarten werden also nie vor radikale Veränderungen gestellt.

Im Stadtwald werden etwa 13.000 Kubikmeter Holz jährlich eingeschlagen. Das sind 4.000 Kubikmeter weniger, als in einem Jahr zuwächst, denn 17.000 Kubikmeter, der Forstmann sagt “Festmeter”, Holz wachsen jährlich an die Bäume als Jahrringe zu. Der Holzvorrat im Stadtwald steigt also trotz Nutzung kontinuierlich an.

Diese nachhaltige Holznutzung steht im Einklang mit der Natur. Sie ist Bestandteil moderner Strategien im Rahmen der Nutzung nachwachsender Rohstoffe.

Das Forstamt in Zahlen:

Gesamtfläche Stadtwald: 3.700 Hektar
davon Buche: ca. 25 % = 900 Hektar
Eiche: ca. 25 % = 900 Hektar
Fichte: ca. 38 % = 1.200 Hektar
Kiefer: ca. 7 % = 200 Hektar

Außerdem kommen Esche, Ahorn, Eberesche, und – insbesondere in den Naturschutzgebieten – Speierling und Elsbeere vor. Westlich der historischen Stadt liegt das bedeutende Naturschutzgebiet “Eschweiler Tal und Kalkkuppen” mit seltensten Waldgesellschaften, Kalkmagerrasen und Orchideenvorkommen.

Das Forstamt wandelt die Reinbestände in Mischbestände um, der Anteil der Baumarten an der ursprünglichen Waldzusammensetzung wird vergrößert.

Vorkommende Wildarten:
Rotwild, Schwarzwild, Damwild, Rehwild, Dachs, Fuchs, Wildkatze, Uhu, …

3 Förstereien (Forstbetriebsbezirke):

Forstbetriebsbezirk Nord:
02253 / 544616 (Mo 14-17 Uhr)
oder 0177 / 3473577

Forstbetriebsbezirk Mitte:
02253 / 2199 oder
0177 / 3473575

Forstbetriebsbezirk Süd:
02257 / 4426 oder
0177 / 3473576

Stadtwald | Karte

Durch den Stadtwald führen 200 Kilometer Wanderwege.

5 Waldspielplätze, 30 Wanderhütten, ein Forstlehrpfad, ein Damwildgehege und eine Grillhütte bieten den Besuchern Möglichkeiten zur Entspannung und zum Erleben.

Außerdem gibt es ein ganz neues Netz ausgeschilderter Mountain-Bike-Touren verschiedener Schwierigkeitsgrade und Reitwege.

Dem Wanderer wird die Wanderkarte des Eifelvereins empfohlen, wenn er von den markierten Wanderwegen auch einmal auf kleinere und heimlichere Pfade wechseln will….

Im Stadtwald gibt es eine Reihe von Urwaldparzellen, in denen keine Bewirtschaftung stattfindet. Das Forstamt überlässt den Wald hier einer völlig unbeeinflussten Entwicklung. Hier dürfen die Bäume auch überaltern, faulen und umstürzen. Auch dann bleiben sie liegen und bieten denjenigen Tier- und Pflanzenarten, Pilzen und mikroskopisch kleinen Holzzersetzern Lebensmöglichkeiten. Einige dieser Urwaldzellen liegen an Wanderwegen, und der Besucher bekommt auf Tafeln wichtige Informationen über die natürlichen Abläufe in diesen Bereichen.

Das Forstamt unterhält eine eigene Natur- und Umweltstation am Naturschutzgebiet “Grube Toni”. Hier können Besuchergruppen und Schulklassen sich auch mehrtägig von Mitarbeitern des Forstamtes zu allgemeinen oder ganz speziellen Themen des Waldes und der Umwelt informieren lassen. Es steht aber auch ein gut ausgerüstetes Labor mit Messinstrumenten und Stereolupen zur Verfügung. Dem Forscherdrang steht kein Hindernis im Wege…